Die deutsche Milit�rmusik - Ein Beitrag zu Ihrer Gschichte
Bernhard H�fele

Gelöbnis

für wehrpflichtige Soldaten gibt es erst seit 1955, dem Gründungsjahr der Bundeswehr. Während für Zeit- und Berufssoldaten das Ablegen eines Diensteides verpflichtend vorgeschrieben ist, wird von Wehrpflichtigen, die aufgrund des Gesetzes Dienst ableisten, nur das Ablegen eines "Feierlichen Gelöbnisses" gewünscht. Wer dazu nicht bereit ist, hat keine Nachteile. Er muss jedoch auf die Beförderungen zum Gefreiten und Obergefreiten während seiner Wehrdienstzeit verzichten.

Das "Feierliche Gelöbnis" wird in der Regel zum Abschluss der allgemeinen Grundausbildung abgelegt; also im Laufe des dritten Monats nach Eintritt in die Bundeswehr. Es wird als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung aller Soldaten eines Standortes und eines Musikkorps der Bundeswehr durchgeführt. Auch die Eltern und Angehörige der Soldaten werden dazu eingeladen. Sie haben nach dem Zeremoniell Gelegenheit, Kaserne und Unterkünfte der Wehrpflichtigen
zu besichtigen. Meist können sie an diesem Tag auch an der Truppenverpflegung teilnehmen. Nach der Veranstaltung haben die Soldaten dienstfrei, so dass Eltern und Angehörige ihre Soldaten mit nach Hause nehmen können.

Am Tag vor dem "Feierlichen Gelöbnis" werden die Soldaten durch ihren Einheitsführer sowie durch die Geistlichen der beiden christlichen Konfessionen auf die Bedeutung und Hintergründe eines Gelöbnisses hingewiesen; auch die Möglichkeit einer Verweigerung wird besprochen. Gleiches gilt auch für die Ablegung des Diensteides von Zeitsoldaten, jedoch mit der Folge, dass bei einer Verweigerung eine sofortige Entlassung aus der Bundeswehr erfolgt, bzw. das freiwillige Dienstverhältnis auf Zeit in Wehrdienst nach Gesetz umgewandelt wird.

Der Ablauf der öffentlichen Veranstaltung zur Ablegung des "Feierlichen Gelöbnissses" ist in einer zentralen Dienstvorschrift geregelt. Er sieht wie folgt aus:
- Wehrpflichtige Soldaten des Standortes treten
   auf dem Appellplatz an;
- es folgt der Einmarsch der Truppenfahne, eines
   Ehrenzuges und des Musikkorps mit
   klingendem Spiel;
- danach wird die gesamte Paradeaufstellung
   dem Kommandeur gemeldet, der das
   "Feierliche Gelöbnis" durchführt, abnimmt und 
   bestätigt;
- es folgt das Abschreiten der Front durch den
   Kommandeur und Gäste aus dem öffentlichen
   Leben (z. B. Bürgermeister, Landrat o. Ä.)
   unter den Klängen des preußischen Präsen-
   tiermarsches (Komponist: König Friedrich
   Wilhelm III. von Preußen). Im Bundesland
   Bayern wird statt des preußischen
   Präsentiermarsches der bayerische
   Präsentiermarsch gespielt. Der Komponist
   dieses Stückes ist unbekannt.
- sodann erfolgt eine Ansprache des
   Kommandeurs sowie evtl. noch der Gäste aus
   dem öffentlichen Leben;
- danach spielt das Musikkorps ein feierliches
   Musikstück;
- zum Ablegen des Feierlichen Gelöbnisses wird
   die Truppenfahne in die Mitte der
   Paradeaufstellung getragen und eine
   Abordnung der wehrpflichtigen Soldaten tritt
   dazu;
- nun sprechen die Soldaten das "Feierliche
  Gelöbnis" nach dem vorgeschriebenen Text:
  "Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland 
   treu zu dienen und das Recht und die Freiheit 
   des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen !"
   Der Zusatz "so wahr mir Gott helfe" entfällt  
   beim Gelöbnis. Er kann nur beim Ablegen des
   Diensteides von Soldaten, die freiwillig Dienst
   in der Bundeswehr leisten (Soldaten auf Zeit),
   hinzugefügt werden.
- nach dem Sprechen der Gelöbnisformel durch 
   die Soldaten spielt das Musikkorps die
   Nationalhymne;
- der Kommandeur bestätigt nun das Ablegen
   des Gelöbnisses mit Worten und durch
   Handschlag der zur Truppenfahne getretenen
   Wehrpflichtigen;
- nach dem Zurücktreten der Abordnungen und
   dem Zurückführen der Truppenfahne spielt  
   das Musikkorps noch einen Marsch. Meist ist
   dies der Truppenmarsch der Divisioin oder
   eines entsprechenden Verbandes, zu der die
   militärische Einheit gehört;
- zuletzt marschieren Fahnenabordnung mit
   Truppenfahne, Ehrenzug und Musikkorps mit
   klingendem Spiel vom Platz;

Mit dem Ausmarsch aller übrigen Soldaten endet das "Feierliche Gelöbnis", das je nach Länge der Ansprache(n) ca. 45 Minuten dauert.

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Die Broschüre beschreibt die unterschiedlichen Militärmusikbesetzungen und die Geschichte des gemeinsamen Spiels in Deutschland von den Anfängen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhun-derts bis zur Gegenwart.

Mit freundlicher Unterstützung der Agentur Kinderevents